Lilith wird in der jüdischen Mythologie als Adams erste Frau beschrieben, die ihn verlassen hat: Sie gilt als eine starke und unabhängige Frau, die sich nicht den traditionellen Geschlechterrollen unterordnen wollte. Stattdessen wollte sie gleichberechtigt mit Adam sein und lehnte es ab, ihm untertan zu sein.
Für viele Menschen ist Lilith ein Symbol der Emanzipation und der Befreiung von patriarchalen Strukturen. Und gleichzeitig gibt es Kritik an ihr, da sie als sündig und böse dargestellt wird. Dieses negative Bild von Lilith hat auch Auswirkungen auf die Frauenbilder in unserer Gesellschaft bis heute.
In der Psychologie wird Lilith oft als Ausdruck des Schattens gesehen, also der ungeliebten und abgelehnten Seiten in uns selbst. Durch die Konfrontation mit Lilith können wir uns diesen Schattenanteilen stellen und lernen, uns selbst besser zu akzeptieren.
In der Astrologie steht Lilith für den Aspekt des Lebens, der nicht rational kontrollierbar ist. Es geht hier um das Unberechenbare, das Unbewusste und das Instinkthafte. Lilith kann auch für Positionen stehen, die von der Norm abweichen und dadurch auf Ablehnung stoßen.
Insgesamt zeigt sich also: Lilith hat viele Facetten und kann unterschiedlich interpretiert werden. Aber unabhängig von der Interpretation ist sie ein wichtiger Teil unserer Kulturgeschichte und kann uns helfen, unser Verständnis von Geschlechterrollen und Selbsterkenntnis zu erweitern.
Susanne Cerncic
ist Astrologin aus Leidenschaft, seit über 20 Jahren mit eigener Praxis und Schule in Graz.
Seit 2017-2024 war sie 1. Vorsitzende des Österreichischen Astrologenverbandes – oeav. Weiters Bundesvorsitzende der Astrologen der WKO, Branchenbeauftragte der Astrologen WK-Stmk und Dipl. psych. Lebens- und Sozialberaterin.
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